Tamiya Neo Fighter – Baubericht

Bereits in der Vorstellung zum Tamiya Neo Fighter 2WD Buggy auf DT-03 Basis hatte ich mein Vorhaben und meine Beweggründe erläutert. Ebenso habe ich den Baukasten und dessen Inhalt vorgestellt, nun ging es richtig los. Das ganze habe ich mehr oder weniger ausführlich in Bildern festgehalten und berichte nun.

Die Anleitung ist wie man es von Tamiya gewohnt ist in schwarz / weiß gehalten und zu jedem Bauschritt gibt es eine Liste mit den benötigten Teilen im Maßstab 1:1. So kann man Schrauben etc. anlegen um zu überprüfen, ob es die richtigen sind. Neben dieser „Stückliste“ ist dann immer der eigentlich Bauschritt abgebildet. Das ganze gut deutlich und leicht verständlich.

Los geht es mit dem Zusammenbau des Chassis, welches erstmal nur von drei kleinen Schrauben gehalten wird. Vorher müssen natürlich die benötigten Teile aus dem Spritzguss rausgeschnitten werden. Hier empfehle ich die „Nase“ gut zu beseitigen, so dass glatte Oberflächen entstehen. Bei dem Chassis sieht die Anleitung auch vor, Schaumstoff in das „Akkufach“ zu kleben. Macht Sinn, aber für erfahrene Schrauber denke ich nicht nötig, da man später mit Schaumstoffblöcken mehr an der Gewichtsverteilung experimentieren kann.

Im Anschluss wird auch schon der Servosaver auf das Servo montiert, die Spurstangen am Servosaver und das Servo in seiner Halterung befestigt. Die Spurstangen habe ich direkt etwas kürzer gemacht, um etwas Nachspur zu bekommen. Das bringt im Allgemeinen etwas mehr Lenkung am Kurveneingang, ein schnelleres Ansprechen und vermeidet untersteuern. Ist dies erledigt, so kann die ganze Einheit in das Chassis eingebaut werden. Das Servo sitzt im DT-03 Chassis hierbei über Kopf und parallel zu den Dämpfern, wie man es sonst von Wettbewerbsmodellen gewohnt ist. Ich habe übrigens alle Kreuzschlitz-Schneidschrauben gegen metrische (M3) Linsenkopf-Innensechskantschrauben getauscht.

Danach wird mit den Querlenkern, C-Hubs, Achsschenkeln und dem Frontrammer die komplette Vorderachse fertiggestellt.

Nach der Frontachse geht es mit dem Getriebe weiter. Hier wird zunächst das Kegel-Differenzial zusammengebaut. Durch die zwei Tellerräder und die drei kleinen Spider-Zahnräder ist dies schnell erledigt. Wichtig hier: Gut fetten, um zumindest etwas Sperrwirkung rein zu bringen. Angeblich soll das Diff auch recht dicht sein, so dass man auch Difföl nehmen kann. Ich bevorzuge aber das silberne Difffett (AW Grease) aus dem kleinen Döschen (nicht im Lieferumfang). Ist das Diff gebaut, wird quasi der Rest des Getriebes um das Diff herum gebaut. Von innen nach aussen. Da der Bausatz keine Kugellager beinhaltet sollte man hier die Plastiklager direkt gegen solche austauschen. Für einen kompletten Bausatz (Achsen + Getriebe) werden 14 Lager benötigt, welche es kostengünstig bei eBay, Amazon, etc. im Set zu erwerben gibt.

Nun wird auch schon der Motor verbaut. Dem Bausatz liegt ein 17er Ritzel bei, ein 19er Ritzel für mehr Geschwindigkeit ist als Optionsteil erhältlich. Die Ritzel haben ein Modul von 0,8 und sind sowohl in Alu als auch Stahl erhältlich. Leider gibt es nur diese beiden Übersetzungsmöglichkeiten, da je nach Ritzel der Motor über andere Löcher befestigt wird und somit einen festen Sitz hat. Dadurch erspart man sich allerdings das Einstellen des Ritzelspiels. Mögliche Übersetzungen in Verbindung mit dem 55 Zähne Polyamid-Hauptzahnrad:

Klar, mit etwas Fingerspitzengefühl und einem Dremel bekommt man auch andere Ritzel passend, jedoch ist die Übersetzung zumindest mit dem 19er Ritzel schonmal nicht schlecht. Ich habe trotzdem erstmal das 17er verbaut, da es eben dabei war.

Weiter geht es an der Hinterachse, hier werden Schwingen, Diffausgänge und Knochen an das Getriebegehäuse geschraubt. Auch meine Tochter hatte Spaß am Bau:

Nachdem also die Hinterachse komplett am Getriebegehäuse angeschraubt ist, kann dieses an das Chassis geschraubt werden. Modulare Bauweise 🙂 Nun kann man das Chassis erstmal zur Seite legen, denn es geht mit den Dämpfern weiter. Hierzu kann man auch erstmal die Anleitung zur Seite legen, denn in dieser wird der Bau der Reibungsdämpfer beschrieben. Da in Deutschland der Bausatz aber mit den CVA Öldruckdämpfern ausgeliefert wird, ist dieser Teil nicht relevant. Der Tüte mit den entsprechenden Bauteilen liegt eine extra Bauanleitung bei. Die CVA Dämpfer sind schon was feines, jedoch muss man hier besonders sorgfältig arbeiten und besonders die Gussnasen entfernen, da diese sonst an der Feder schleifen könnten. Im Internet wurde manchmal bemängelt, dass das Öl knapp sei – Ich glaube an dieser Stelle hat Tamiya bereits nachgebessert, denn zu der kleinen Flasche im Dämpferbeutel lag eine weitere Flasche lose im Karton bei. Das Öl reichte bei mir auch dicke, ich hatte noch eine gute dreiviertel Flasche über. Bei dem mitgelieferten Öl handelt es sich übrigens um ein 400er Öl, welches als Ausgangspunkt gut geeignet sein sollte.

Sind die Dämpfer fertig und ohne Luft befüllt werden diese an die entsprechenden Dämpferbrücken geschraubt. Eine mir neue Variante, normal kenne ich es so, dass die Dämpfer an die bereits am Chassis verbaute Dämpferbrücke gebaut werden. Aber Neues muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Die Dämpferbrücken sehen übrigens sehr wuchtig und stabil aus. Ob dies auch wirklich so ist muss sich noch zeigen.

Nun werden die Dämpferbrücken mit den Dämpfern an das Chassis geschraubt. Hinten scheint die Federvorspannung schon zu gering zu sein, der Buggy sackt selbst schon ohne Akku recht weit ein. Da hier bereits alle Clipse verbaut sind hilft nur der Griff in die Ersatzteilkiste – oder man nimmt die etwas kleineren von vorne, dass sollte auch funktionieren. Ich glaube ich habe insgesamt die Federvorspannung an der Hinterachse um 8-10mm erhöht. Vorne scheint es ok zu sein. Vom Prinzip her ist jetzt das Chassis fertig gebaut und es kann an den Einbau der Elektronik gehen. Zunächst wird der spritzwassergeschützte Fahrtenregler auf die RC-Basis geklebt. In der Anleitung steht übrigens, dass dieser mit der Einstellung für Brushless ausgeliefert wurde und man diesen vor dem Betrieb mit dem Torque-Tuned Brushed Motor erst umprogrammieren soll. Auf einem Beispackzettel steht allerdings, dass dieser schon auf Brushed eingestellt ist und man nichts tun muss. Zum überprüfen reicht es auf die Farbe der LED zu schauen. Leuchtet diese Orange, so ist der Brushless-Mode aktiv. Im Bürstenmodus leuchtet diese grün. Bei mir hat es gepasst und ich musste nichts umprogrammieren. Wichtig: Das orange Kabel wird bei einem Brushed-Motor nicht benötigt. Ich habe den Stromstecker mittlerweile gegen ein Deans T-Plug getsucht, da ich diesem System mehr vertrauen schenke, seit ich einen Tamiya-Akkustecker hab schmelzen gesehen.

Nach dem der Regler verbaut ist kommt der Empfänger davor und man kann die Kabel einstecken, Servo auf Channel 1 und den Regler auf Channel 2. Das Servokabel kann man schön an der Seite verlegen, hier gibt es Möglichkeiten das Kabel mit Kabelbindern sauber zu befestigen. Das Antennenkabel habe ich übrigens nicht wie vorgesehen mit dem Antennenröhrchen aus dem Chassis geführt, sondern auf der anderen Seite vom Servokabel ordentlich im Chassis befestigt.

Normal gibt es eine Abdeckung für den Empfänger, welche ich aber weggelassen habe, da mein Empfänger wasserfest ist und somit keinen zusätzlichen Schutz benötigt.

Endspurt! Nun müssen noch die Reifen auf die Felgen geklebt werden und die Karosserie mit Heckspoiler muss bearbeitet / lackiert werden. Zunächst also zu den Reifen. Diese sind zumindest an der Hinterachse sehr hart und lassen sich nur schwer aufziehen. Ist dies aber erledigt können diese verklebt werden. Ob die harte Reifenmischung auf Dauer so ideal ist wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Vorne ist es nicht ganz so schwer und die Reifen lassen sich ganz gut aufziehen. Die Vorderreifen sind hier im typischen 2WD-Rillenprofil gehalten. Übrigens sind an der Vorderachse die Kugellager in der Felge verbaut, einen gewohnten Sechskant-Mitnehmer gibt es nur an der Hinterachse. Die Vorderräder haben hier auch etwas Spiel, was allerdings nicht wirklich stören sollte.

Fehlt noch die Karosserie. Aus Kostengründen habe ich diese nur einfarbig in Tamiya PS-32 „Corsa Grau“ lackiert und von aussen orange Klebefolie angebracht. Die Fenster habe ich ebenfalls klar gelassen, mir gefällt das so immer besser. Hierzu habe ich übrigens die Scheibenaufkleber als Abkleber innen in die Karosserie geklebt, bevor diese lackiert wurde.

Die Karosserie habe ich übrigens auch zuerst ausgeschnitten und dann lackiert, bisher habe ich so immer gute Erfahrungen gemacht. An den Seiten habe ich die Karosserie auch etwas länger gelassen, damit die Seiten etwas mehr runter gehen.  Bei den Decals hat jeder freie Wahl. Tamiya liefert einen großen Aufkleberbogen mit, welche allerdings alle einzeln ausgeschnitten werden müssen. Es ist jedem selbst überlassen ob er den Buggy als „Neo Fighter Buggy“ oder als „Frog Racing Team“ beklebt, es liegen beide Schriftzüge bei. Ist die Karosserie fertig und man hat die Räder montiert ist man auch schon fertig.

Abschließend kann ich sagen, ein toller Bausatz für das kleine Geld. Mir gefällt der Buggy sehr und der Aufbau hat mir ne Menge Spaß gemacht. Ursprünglich wollte ich Buggy zu 100% (bis auf die Kugellager) laut Anleitung bauen, jedoch hat sich das ein oder andere einfach ergeben, was allerdings primär auf die Lebensdauer einen positiven Einfluss nehmen sollte. Jetzt kann gefahren werden! Natürlich gibts dazu dann auch einen Bericht.

Änderungen gegenüber Anleitung

  • M3 Linsenkopf-Innensechskantschrauben anstatt Kreuzschlitz-Schneidschrauben
  • Kugellager anstatt Plastikreibungslager
  • T-Plug Hochstromstecker anstatt Tamiya-Akkustecker
  • Mehr Federvorspannung an der Hinterachse

Verbaute Teile (Amazon-Links)

PDF-Downloads (extern)

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