Laufen – Aus der Not zum Spaß

Laufen – Irgendwie war ich nie der Fan davon und konnte mir das ganze auch nicht bei mir vorstellen. Als Radfahrer hat man eben mehr Möglichkeiten. Schließlich kann man in der gleichen Zeit deutlich mehr Strecke machen – und somit auch sehen. Aber durch eine Verletzungspause kam alles anders…

Es war ende April und ich hatte „Spätschicht“. Das bedeutet bei mir, dass ich ungefähr um 8 Uhr anfange zu arbeiten. In der Zeit davor wollte ich eine Runde „Ruhr-In-Line“ am Kemnader See auf meinen Inline-Skates drehen. Allerdings stürzte ich bei dieser Runde und merkte erst im Nachhinein, dass etwas mit meinem Handgelenk nicht stimmte. Noch am selben Tag suchte ich den Orthopäden auf, welcher mir eine Distorsion mit knochiger Absplitterung diagnostizierte. Das Handgelenk wurde durch eine Schiene stabilisiert.

Rad fahren ging so definitiv nicht, ich konnte den Lenker kaum halten und „sicher“ ist etwas ganz anderes. Mein zweiter Sport, das Inline-Skaten, war mir zu unsicher. Ich könnte jederzeit wieder fallen und dann noch mehr kaputt machen. Fiel also auch aus. Also was tun? Zufälligerweise entdeckte ich im örtlichen Anzeiger einen Artikel über den bevorstehenden Hüttenlauf in meiner Heimatstadt Hattingen. Eigentlich aus Spaß sagte ich zu meiner Frau: „Da Lauf ich mit“. Während ich so drüber nachdachte beschloss ich, zumindest mal etwas zu Laufen, damit meine Fitness nicht ganz abbaut.

In dem Gedanken: „Ich kann ja mehrere Stunden Rad fahren, da werde ich auch etwas Laufen können“ verrannt zog ich dann in den folgenden Tagen das erste mal die Schuhe zum Laufen an und lief los…. Meine Suunto Uhr hatte ich auf minütliche Autolaps und somit kurzes Vibrieren eingestellt. Schon direkt nach dem loslaufen dachte ich mir: „Wann vibriert es denn endlich?“ Lange Rede, kurzer Sinn: Bei meinem ersten Training schaffte ich keine zwei Minuten am Stück zu laufen. Schlimm. Aber genau DAS spornte mich an. Und da ich mit einem Ziel besser und motivierter bin: Bis zum Hüttenlauf in Hattingen waren es noch drei Wochen, dass war mir doch zu knapp. Aber fünf Wochen später sollte der „Unexpected Run“ im Ruhr-Park Bochum stattfinden – Da wollte ich teilnehmen. Natürlich sagte ich das allen, damit ich dann auch nicht mehr kneifen konnte und meldete mich an.

Die Zeit war knapp, aber ich schaffte es 22 Trainingseinheiten nach Trainingsplan einzubauen. Und hey, irgendwann stellte ich fest, dass das Laufen auch Spaß macht! Manchmal lief ich allein, manchmal begleitete mich meine Tochter zu Fuß oder auf dem Rad… Und auch Laufen an der Ruhr oder im Hüttengelände kann sehr schön sein!

Nach dem Laufevent hatte ich also mein gesetztes Ziel geschafft: Ich habe den Lauf als Finisher beendet. Und nun? Mittlerweile hatte ich meine Schiene ab und könnte wieder Rad fahren. Aber irgendwie macht mir das Laufen im Moment so viel Spaß, dass ich es definitiv nicht aufgeben werde. Ich hab mir auch schon neue Veranstaltungen ausgesucht, an denen ich teilnehmen möchte, denn irgendwie war das da im Ruhr-Park einfach geil! Dazu kommt noch, dass ich in dieser Zeit so schmerzfrei wie zuletzt 2014 war. Keine Knieprobleme, keine Rückenschmerzen… Genau aus diesem Grund mache ich auch aktuell mit dem Rad fahren sehr langsam, ich habe Angst wieder Schmerzen zu bekommen.

Auch wenn ich aktuell immer noch keine 5km am Stück laufen kann, es wird besser und das reicht mir. Solange ich ende des Jahres einmal einen Lauf ohne Gehpausen schaffe, bin ich zufrieden.

Was ich übrigens auch faszinierend finde: Laufen ist eines meine günstigsten Hobbies. Ich habe mir Laufschuhe im Ausverkauf für 58€ gekauft, dazu noch zwei, drei Laufshirts und mehr braucht man nicht. Zumindest am Anfang. Selbst die Laufshirts braucht man nicht zwingend und Schuhe gibts sicherlich auch noch günstiger. Ebenso finde ich es praktisch das man dieses Hobby überall und jederzeit ausüben kann. Schuhe an und los.

Ähnliche Beiträge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.