Bestellung bei Canyon: storniert

Bereits 2016, also vor drei Jahren, bestellte ich mein erstes Fahrrad bei Canyon, ein Roadlite Fitnessrad. Damals hatte alles gut geklappt, deshalb schaute ich für meine neue Anschaffung auch wieder die Räder an, und bestellte eins. Letztendlich lief diesmal aber nicht alles so rund und die Bestellung wurde zum Schluss meinerseits storniert.

Doch wie kam es dazu?

Vorgeschichte

Begonnen hat alles Ende Juli, als ein Kumpel von seiner Erfahrung beim 24 Stunden  MTB-Rennen „Night on Bike“ berichtete und im kommenden Jahr, also 2020, gerne mit einem eigenen Team an den Start gehen möchte. Dazu die Frage wer denn Lust hätte… Einige meiner alten Freunde hatten Lust, ich eigentlich auch, deshalb fragte ich kurz bei meiner Frau nach und sagte zu. Erst danach viel mir auf, dass ich eigentlich gar kein geeignetes Rad habe.

Meine erste Überlegung war, dass ich mir von meinem Bruder sein Hardtail ausleihe. Da mein Knie aber aktuell (seit ich die Schuheinlagen vom Spezialist täglich in meinen Schuhen trage) recht schmerzfrei auf das Radfahren reagiert, zog ich es auch in Erwägung, mir wieder ein MTB zu kaufen. Da man tagsüber bei Sonnenschein so gut wie gar nicht mehr an der Ruhr fahren kann (zu viel Verkehr), hatte ich eh schon wieder Lust bekommen, mal die ein oder andere Runde durch den Wald zu drehen.

Zunächst wollte ich mir ein gebrauchtes Rad kaufen, aber da ich am liebsten schon die neuesten Standards (Boost, 1×12, Steckachsen, …) haben wollte, sah die Auswahl hier sehr übersichtlich aus. Dazu riefen die Verkäufer auch Preise auf, die ich als zuviel ansah. Also schaute ich mir auch mal Neuräder an…

Die Radauswahl

Zunächst hatte ich einige Vorstellungen, was das Bike im Idealfall an Ausrüstung mitbringen soll. Um mal die Keyfacts zu zeigen:

  • 29″ Laufräder
  • Luftfedergabel
  • 1×12 Schaltung, ab Sram Eagle NX oder Shimano
  • Laufräder die für Tubeless geeignet sind
  • Steckachse vorne und hinten
  • Boost-Standard

Ist doch eigentlich nicht soviel, jedoch in meiner anvisierten Preisklasse so gut wie nicht zu bekommen. Es gab also zwei Möglichkeiten: Entweder die Ansprüche runter schrauben oder das Budget erhöhen. Da ich bisher immer mit meinem Canyon Roadlite AL zufrieden war und das Grand Canyon AL SL 7.0 nicht soviel über meinem Budget lag, entschied ich mich für dieses. Immerhin hatte dieses alle Anforderungen und sah auch noch gut aus.

Der Bestellprozess

Hier ging es schon los. Das gewünschte Rad hatte in der Farbe schwarz eine geplante Versandzeit von 3 Monaten. Das war mir zuviel, ich wollte kein viertel Jahr auf mein Rad warten. In blau ging es etwas schneller, hier sollte eine Lieferung in einem Monat erfolgen. Auch das fand ich schon grenzwertig, aber da ich mittlerweile das Rad haben wollte, nahm ich es in Kauf. Schnell war es dann am 03.09.2019 bestellt, bezahlt und ich hatte auch die Bestätigung seitens Canyon. Auch auf dieser war 07.10. – 11.10.2019 als Versanddatum notiert.

Die Zeit wollte nicht vergehen, diese 4 Wochen waren so lange. In der Woche vorher hatte Canyon Inventur. Aber da dies ja ein regelmäßiger Termin war, bin ich davon ausgegangen, dass das wohl eingeplant sei.

Es kam die Woche mit dem Versanddatum…
Montag – nix.
Dienstag – nix.
Mittwoch – nix.
Donnerstag – nix.
Freitags wollte ich es dann wissen und schrieb Canyon via Twitter an, ob sie denn was genaueres sagen können… Gegen mittag hielt ich es nicht mehr aus und öffnete den Chat auf der Webseite. Ich hatte Wartenummer 13. Das zog sich dann nochmals ca. eine 3/4 Stunde hin, bis ich wirklich im Chat war. Der Mitarbeiter sagte mir, er könne nix genaues sagen, aber aktuell wären sie wegen der Inventur (wie gesagt – ist ja nicht vorhersehbar, dass diese stattfindet) ne knappe Woche in Verzug, mein Rad solle aber wohl nächste Woche dann raus gehen. Soweit so gut, ich fand das schon etwas frech, denn wenn man in Verzug ist, könnte man ja wenigstens den Kunden per Mail oder zumindest im Kundenkonto informieren. Nix, hier stand weiterhin 07.10. – 11.10.2019 als Versanddatum.

Aber es geht noch besser, zu Beginn meiner Mittagspause bekam ich Antwort auf Twitter:

Hi, ich habe mir Deinen Auftrag angeschaut und fürchte, dass Du Dein Grand Canyon von uns erst später erhalten wirst. Es hat sich intern eine Änderung der Produktionsplanung ergeben. Die Termine auf unserer Website wurden ebenfalls angepasst. Aktuell ist der Versand für Anfang Dezember geplant. Dass das natürlich sehr ärgerlich ist, kann ich absolut nachvollziehen

Ja was denn nun? Ich nahm mein Telefon in die Hand und rief bei der Hotline an. Nach dem ich mein Problem der netten Dame schilderte, versuchte diese auch alles in Erfahrung zu bringen was ginge. Es dauerte auch ca. 10 Mintuen, aber lieber warte ich etwas und bekomme dann eine zuverlässigere Antwort. Doch die Frau konnte mir auch diese nicht geben. Sie habe mit mehreren Posten Rücksprache gehalten und kann mir zu dem Zeitpunkt nur sagen: Mein Rad wird kommen, aber wann, das weiß sie nicht. Es könnte nächste Woche verschickt werden, aber auch erst nächsten Monat, oder in zwei Monaten, wie per Twitter angekündigt.

Natürlich kam dann das obligatorische Angebot auf ein sofort verfügbares Rad, jedoch hatte dies einen ganz anderen Einsatzzweck und war somit uninteressant. Wir verblieben, dass ich mir das ganze überlege und es in Erwägung ziehe, die Bestellung zu stornieren.

Ich schaute im Internet nach neuen und guten Angeboten und entschied mich dann für eine Stornierung. Durch das ganze hin und her hatte ich auch irgendwie die Lust am Rad selbst verloren. Ich warf also wieder den Chat an, war Nummer 7 in der Warteschlange. Als ich nach 10 Minuten auf Platz 4 vorgerückt war, war plötzlich kein Mitarbeiter mehr verfügbar, die Warteschlange wurde beendet. Also griff ich wieder zum Telefon und versuchte telefonisch mein Glück. Nach einiger Zeit sagte man mir hier, ich sei auf Nummer „-1“ in der Warteschlange. MINUS EINS!!!! Komischerweise sprang dann irgendwann die Warteschlange um auf ein Besetztzeichen. Also wieder in den Chat und wow, ich war direkt dran. Nach der Bitte meine Bestellung zu stornieren, fragte der Mitarbeiter ob denn was nicht in Ordnung sei. Ich erklärte ihm alles in Kurzfassung und er sagte: Ich denke ihr Rad wird nächste Woche versandt. Auf die Nachfrage ob er das sicher sagen könnte gab es als Antwort: Nein. Also gut, dann bitte stornieren.

Das es zu Lieferproblemen kommt ist das eine, aber das dies von Seiten Canyon nicht kommuniziert wird ist in meinen Augen heutzutage ein absolutes No-Go! Vermutlich hätte selbst bei dem Versand Anfang Dezember noch der 07.10. bis 11.07. als Versanddatum gestanden. Des Weiteren wusste ja auch scheinbar niemand, warum es zu den Verzögerungen kommt. Klar, die eine Woche wegen Inventur lassen wir mal unter den Tisch fallen, aber bei 2 Monaten Verzug muss doch ein Grund vorliegen.

Und nun?

Ich habe mich für ein anderes Rad entschieden. Es ist minimal schlechter ausgestattet und hat auch nicht alle meine geforderten Punkte (es fehlt lediglich hinten die Steckachse + Boost), aber dafür ist der Preis echt heiß gewesen. Diesmal hatte ich bei bike24 bestellt, die eine Lieferzeit von 5-7 Werktagen (wegen Spedition) angegeben hatten. Bestellt Freitag abends, angeplanter Liefertag ist morgen, also Donnerstags. Die schaffen es scheinbar pünktlich zu liefern. Was es denn nun geworden ist werde ich dann berichten wenn das Bike da ist.

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